Um überzeugend vortragen zu können, muss der Redner in der Antike über eine gesunde und starke Stimme verfügen. Dadurch kommt es zu Überschneidungen zwischen der Rhetorik und der Medizin, die der vorliegende Aufsatz untersucht. Ausgehend von der Bedeutung des Vortrags und der Betonung seiner Körperlichkeit werden die praxisorientierten Anweisungen zur Stimmpflege und zum Stimmtraining erläutert. An einem konkreten Textausschnitt aus der Rhetorica ad Herennium wird die Wirkung von Theorien der Stimmerzeugung auf die Anweisungen der Rhetoren zur Stabilität der Stimme im Vortrag gezeigt. Die Theorie, die die Spannung der Atemluft bzw. des Körpers ins Zentrum der Stimmerzeugung setzt, spiegelt sich im akustischen Vokabular für Lautstärke und Tonhöhe wider.

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